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Akupunktur

Akupunktur ist ein Teilgebiet der traditionellen chinesischen Medizin. Sie geht von Lebensenergien des Körpers aus, die auf definierten Längsbahnen, den Meridianen, zirkulieren und einen steuernden Einfluss auf alle Körperfunktionen haben. Ein gestörter Energiefluss wird für Erkrankungen verantwortlich gemacht und soll durch Stiche in auf den Meridianen angenommene Akupunkturpunkte ausgeglichen werden.

Klinische Studien zeigen eine Wirksamkeit der Akupunktur bei durch Kniegelenksarthrose bedingten Schmerzen, bei chronischen tiefen Rückenschmerzen und bei der Prophylaxe von Migräneattacken. Bei den genannten Beschwerden ist die Wirksamkeit von Akupunktur deutlich höher als die einer schulmedizinischen Behandlung. Akupunktur wird zur Behandlung zahlreicher weiterer Beschwerden angeboten, auch wenn bisher kein schulmedizinisch anerkannter Beleg für eine Wirksamkeit vorliegt.

Der Arzt reizt mit der Akupunkturnadel genau den Punkt, der über Meridiane mit der erkrankten oder schmerzenden Körperstelle verbunden ist. Der Reiz löst Impulse aus, die wiederum über die Nervenfasern an die Hinterhornneurone weitergeleitet werden und deren elektrische Erregbarkeit reduzieren oder sogar blockieren und damit das Schmerzempfinden beeinflussen. Die nun ablaufenden Mechanismen lassen sich heute zumindest für die Schmerzbehandlung wissenschaftlich beschreiben.

Nach einschlägigen Studien spielt jede der drei "Stationen" der Schmerzübertragung auch bei der Dämpfung des Schmerzes durch Akupunktur eine ganz spezielle Rolle:

Im Rückenmark werden die Endorphine ausgeschüttet, welche die Schmerzweiterleitung präsynaptisch - also vor der Schaltstelle zwischen den Nervenfasern - unterdrücken.

Im Mittelhirn werden die Monoamine Serotonin und Noradrenalin freigesetzt. Sie bewirken eine prä- wie auch eine postsynaptische Hemmung der Schmerzweiterleitung.

Im Zwischenhirn (Hypothalamus-Hypophysen-Komplex) werden ebenfalls Endorphine sowie ACTH - eine Vorstufe des Cortisol- ausgeschüttet. Das ACTH wird zur Nebennierenrinde transportiert und löst dort wiederum die Ausschüttung von Cortisol aus.

Je nachdem, wie die Akupunkturnadeln nach dem Setzen stimuliert werden, kann der Arzt auch die einzelnen Wirkweisen gezielt beeinflussen. Auf diese Weise wirken zwei Mechanismen parallel: Zum einen wird die ursprüngliche Schmerzinformation an das Gehirn ganz oder teilweise unterdrückt; zum anderen hat die Ausschüttung der körpereigenen Hormone und Substanzen eine Schmerz lindernde, beruhigende und immunstimulierende Funktion. Letzteres mag erklären, warum auch Entzündungen, vegetative Störungen und Allergien erfolgreich mit Akupunktur behandelt werden können.

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